Weissman

Der Schnelle frisst den Langsamen

Gestartet als Smartdrink aus natürlichen Zutaten, ist acáo mittlerweile mit einem breiten Produktportfolio erfolgreich in der Gastronomie und im Einzelhandel. Zudem haben die Gründer mit Pando Ventures eine Plattform für digitale Startups gegründet. Mit Michael Noven sprechen wir über erste Gehversuche in einer umkämpften Branche und wie sich der Einzelhandel aktuell verändert.

Auszug aus einem im Print-Newsletter „Mein Unternehmen“ (4/2019) publizierten Interview mit acáo Mitgründer Michael Noven. Das „Mein Unternehmen Abo finden Sie hier.

Welche Idee steckt hinter acáo und wie habt ihr es geschafft, euch erfolgreich am Markt zu positionieren?

Wir Gründer von acáo, Christopher Reimann, Florens Knorr und ich, sind am Anfang angetreten mit der Idee die Kühlschränke in Deutschland gesünder zu machen. Unser Ansatz war die Verbindung von Funktion mit den Trends Gesundheit und Bio. Daraus entstand der acáo Drink in der Dose. Unser erster Ansprechpartner war die Gastronomie. Der Gastronomiekanal ist für ein kleines Startup nicht einfach, da es ein sehr kostenintensiver Vertriebskanal ist und viele große Player am Markt konkurrieren, mit deren Zusatzleistungen, wie der Mitlieferung von Einrichtung und Ausstattung, wir nicht mithalten konnten und wollten. Nichtsdestotrotz hatten wir mit acáo eine Nische gefüllt und das Produkt hatte einen Markt in der Gastronomie. So konnten wir z.B. Eurowings, Restaurant und Bars wie das Sansibar auf Sylt zu unseren Kunden und viele renommierte Köche zu unseren Fans zählen. Im nächsten Schritt lag unser Fokus darauf, die Marke acáo so breit wie möglich sichtbar und erhältlich zu machen. Deshalb entschieden wir uns für den Schritt in den Lebensmitteleinzelhandel und Retail- Bereich. Mit dem erfolgreichen Eintritt in den LEH mussten wir auch unser Sortiment erweitern. So lancierten wir neben der Basis- Sorte Quitte-Zitrone die neuen Geschmacksrichtungen Maracuja-Ingwer und Pink Grapefruit. Wir konnten erfolgreich unsere Sichtbarkeit steigern und sind seither unter anderem erfolgreich bei DM gelistet. Dazu kamen weitere Kunden wie REWE, Edeka und Leckerland und neue Kanäle wie Tankstellen. Aufgrund dieser erfolgreichen Entwicklung haben wir die Firma stark umgebaut und produzieren mittlerweile auch neue Produkte, die in unser Grundkonzept passen. Wir erleben im LEH, dass die Produktwechselzyklen immer schneller werden. Es gibt viele Modeerscheinungen, die den LEH für eine bestimmte Zeit lang triggern und dann wieder verschwinden, wie es z.B. mit den Chia- Riegeln oder „low carb“ food passiert. Man kann die Entwicklung im LEH mit der Modebranche vergleichen, wo Kollektionen mittlerweile teilweise alle 5 Tage geändert werden. Da stellte sich die Frage, wie lang hält unser acáo Konzept der gesunden Belebung noch an. Ist es in 10 Jahren auch noch aktuell? Unsere Antwort darauf ist, dass wir uns als Unternehmen so aufstellen, schnell auf die Trendwechsel reagieren zu können. Und ich glaube, diese Fähigkeit mit dem Gespür für das richtige Produkte ist unsere größte Kompetenz. Konzerne brauchen dafür Jahre. Wir sind fest davon überzeugt, dass das Prinzip „schnell schlägt langsam“ die Zukunft bestimmt. Unser Unternehmen heißt mittlerweile acáo food & beverage. Neben dem klassischen Drink in der Dose haben wir heute unter anderem Suppen im Sortiment und launchen in Kürze das erste zertifizierte isotonische Getränk auf Bio- Basis in 0,6l Flaschen aus recyceltem Plastik.

Wie erlebst Du die Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel aktuell? Was sind die wichtigsten Trends, die ihr verfolgt?

Wie schon gesagt, sind die Produktlebenszyklen sehr kurz geworden. Die Nachfrage nach laufend neuen Produktvarianten oder komplett neuen Produkten ist sehr groß. Von den Produkttrends geht zurzeit viel Richtung „high end“ Proteinprodukten, fermentierten Produkten und grundsätzlich Produkten mit natürlichen Funktionen, eben diese Kombi aus Funktion und Gesundheit, die wir mit acáo abdecken. Also immer weiter weg von Produkten aus chemischer Herstellung. Natürlich sind auch globale Trends wie Umweltschutz und Müllvermeidung ein Thema.

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Stichwort Digitalisierung. In welchen Bereichen eures Geschäftsmodells wird die Digitalisierung die größten Auswirkungen haben? Was setzt ihr bereits um? 

Als Startup Unternehmer ist die Digitalisierung natürlich etwas, das uns stark umtreibt. Deshalb haben wir auch die Startup Plattform Pando Ventures gegründet, durch welche wir uns an jungen, digitalen Startups beteiligen. Wir sind dabei uns in dieser Richtung stark aufzustellen. Im Bezug von Digitalisierung im LEH geht es in erster Linie um den Onlinehandel. Dieser ist in Deutschland noch sehr schwierig, unter anderem aufgrund der hohen Dichte an Supermärkten. Wir haben für acáo auch einen Onlineshop aufgebaut und sind auf Amazon zu finden, jedoch nehmen wir diese Kanäle zurzeit eher mit, pushen sie aber nicht wirklich. Social Media in Form von Instagram ist für uns dagegen ein immens wichtiger Treiber. Wir bauen zurzeit eine sehr breite Influencer Welt auf. Im Bereich Online ist das für uns das wichtigste. Das Coole dabei ist, dass man hier auch sehr schnell Ergebnisse sehen kann.

Zum Unternehmen:
Die heutige acáo GmbH begann als Start-up 2014 und wurde von den Wiesbadener Studenten Florens Knorr, Christopher Reimann und Michael Noven gegründet. Gestartet hat die Ideenschmiede mit den gleichnamigen acáo Erfrischungsgetränken. Die natürlichen Wachmacher sollten für all diejenigen kreiert werden, die die Wirkung von Kaffee und den leckeren Geschmack von Frucht kombinieren, dabei aber auf jegliche Chemie verzichten wollten. Mittlerweile arbeitet ein Team von rund 17 Mitarbeitern an weiteren Produkten und große Partner wie Fitness First und Eurowings sind mit an Bord.

Zum Interviewpartnern: 
Michael Noven ist Mitgründer und Geschäftsführer von Acáo und Pando Ventures.

Sie möchten sich gerne für unseren Print-Newsletter „Mein Unternehmen“ interviewen lassen? Dann melden Sie sich per Email bei rainer@weissman-international.com

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