Weissman

Logistik macht den Unterschied

Ein ausgeklügeltes Logistikkonzept ist eines der Kernelemente des Geschäftsmodells von Zalando. Im Interview sprechen wir mit Carl-Friedrich zu Knyphausen, Head of Logistics Development bei Zalando, warum das Logistikkonzept von Zalando in dieser Größenordnung einzigartig ist und welche Voraussetzungen es braucht, Zukunftstechnologien für die Weiterentwicklung der bestehenden Prozesse effizient zu nutzen.

Auszug aus einem im Print-Newsletter „Mein Unternehmen“ (5/2019) publizierten Interview mit Carl-Friedrich zu Knyphausen, Head of Logistics Development bei Zalando SE. Das „Mein Unternehmen Abo finden Sie hier.

Sehr geehrter Herr zu Knyphausen, wie ist die Logistik heute aufgestellt und organisiert? Was sind für Sie die wichtigsten Aspekte und Erfolgsfaktoren?

Die Logistik ist in der Tat eine absolute Kernkompetenz von Zalando. Sobald der Kunde ein Produkt bestellt hat, muss auch das restliche Einkaufserlebnis perfekt sein. Das hängt in erster Linie von einer exzellenten Logistik ab. Wir investieren sehr viel in unser Logistiksystem und haben bereits früh angefangen unser Netzwerk stark auszubauen. Bereits 2011 haben wir ein erstes Logistikzentrum in Brieselang/Berlin aufgebaut. Darauf folgte 2012 unser erstes eigens konzipiertes Logistikhub in Erfurt. Mittlerweile haben wir elf Logistikzentren in fünf Märkten aufgebaut. Das letzte haben wir vor kurzem in Schweden in Betrieb genommen. Durch unsere gute Logistikinfrastruktur wollen wir nah an unseren Kunden sein und alle unsere Märkte optimal versorgen. So sind wir in der Lage, unser breites Sortiment jederzeit schnell zu liefern. Pro Markt arbeiten wir mit zwei bis drei Zustelldienstleistern zusammen, wie beispielsweise DHL in Deutschland. Daneben investieren wir in die letzte Meile der Zustellung. Wir haben bereits in zwölf Städten in Deutschland lokale Partner für die Zustellung am gleichen oder nächsten Tag, die wir über unsere Plattformen steuern. Dabei erfolgt die Zustellung meist abends, wenn die Kunden Zuhause sind. Das Ergebnis ist eine hohe Zustellquote im ersten Zustellversuch und eine absolut positive Kundenerfahrung. Unsere sogenannten „Same Day” und „Next Day Evening” Services sind ein typisches Beispiel, wie wir Logistikkonzepte und Services in der Praxis testen und bei Erfolg schnell ausrollen.

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Zalando wurde bekannt durch die Möglichkeit, nicht passende Ware kostenlos zu retournieren. Wie groß sind die Retourmengen und wie werden diese abgewickelt?

Retouren sind so wie auch das 100 Tage Rückgaberecht Teil des Geschäftsmodells von Zalando. Es gehört zum Zalando-Konzept, die Ankleidekabine nach Hause ins Wohnzimmer zu bringen. Retouren sind demnach von vornherein eingeplant und auch eingepreist. Über alle Märkte gesehen haben wir heute ca. 50% Retourwaren. Wir haben bereits mehrere Initiativen gestartet, um die Quote vermeidbarer Retouren zu senken, indem wir den Kunden noch besser dabei unterstützen, von Anfang an den richtigen Artikel zu finden. Dazu gehört z.B. eine bessere Unterstützung bei der Einschätzung der Kleidergröße, da diese von Marke zu Marke variieren kann.

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Wie hoch ist der Automatisierungsgrad in der Logistik bei Zalando? Welche Auswirkungen hat das auf die Personalpolitik und zukünftige Jobprofile?

Wir automatisieren, um unsere Standorte gut auszulasten und effizienter zu werden, um das stetige Wachstum abbilden zu können und um unsere Mitarbeiter zu entlasten. Durch den Einsatz von Technologie in der Intralogistik können wir unsere Mitarbeiter bei monotonen oder körperlich anstrengenden Arbeiten unterstützen. Zu diesen Lösungen gehören Transportbänder, Lade- und Entladeroboter für hohe Regale oder Ware-zu-Mann Systeme wie der „Bagsorter“, mit denen die Ware dem Mitarbeiter zum Einpacken angereicht wird. Automatisierung in der Logistik wird den Menschen nicht ersetzen, sondern ergänzen. Natürlich wird es anspruchsvoller mit den technischen Hilfsmitteln umzugehen, aber ich bin überzeugt davon, dass die Kombination von Mensch und Maschine die Zukunftslösung in der Logistik sein wird.

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